Microsoft 365 Add-ons doppelt bezahlt? Was Juli 2026 ändert

Von Philipp Metzner ·

Kurz gesagt: Microsoft hat zum 1. Juli 2026 mehrere Sicherheits- und Verwaltungsfunktionen direkt in die Pläne E3 und E5 verschoben. Wer dieselbe Funktion weiterhin als separates Add-on lizenziert, bezahlt sie seitdem doppelt: einmal im Plan, einmal im Add-on. Das fällt selten auf, weil das Add-on als eigene Lizenz weiterläuft, bis Sie es aktiv kündigen.

Diese Doppelzahlung ist kein Sonderfall. Sie entsteht überall dort, wo ein Tenant früher gezielt ein Add-on dazugekauft hat, dessen Funktion inzwischen in den Basisplan gewandert ist. Dieser Leitfaden zeigt, welche Add-ons betroffen sind, warum die Doppelzahlung so leicht übersehen wird und wie Sie die Redundanzen in Ihrem Tenant finden.

Was hat Microsoft im Juli 2026 in E3 und E5 gepackt?

Mit dem Repackaging zum 1. Juli sind Funktionen, die bisher extra kosteten, in die Standardpläne gerückt. Microsoft 365 E3 hat Defender for Office 365 Plan 1, Intune Remote Help, Intune Advanced Analytics und Intune Plan 2 bekommen. Microsoft 365 E5 hat zusätzlich Security Copilot, Intune Endpoint Privilege Management, Cloud PKI und Intune Enterprise Application Management bekommen.

Defender for Office 365 Plan 1 ist der erweiterte E-Mail-Schutz gegen Phishing und schädliche Anhänge. Die Intune-Bausteine erweitern die Geräteverwaltung. Beides war bisher nur über Aufpreis zu haben.

Der Rollout begann zum 1. Juli 2026. Für die Intune- und Verwaltungsfunktionen nennt Microsoft den 1. August 2026 als Abschluss, für Defender for Office 365 Plan 1 den Herbst 2026. Ob er im eigenen Tenant angekommen ist, zeigt das Message Center. Sortieren Sie dort nach der Spalte Act by statt nach der Kategorie, denn nur ein kleiner Teil der Meldungen trägt überhaupt eine Frist. Welche der fünf Änderungsquellen heute noch trägt und welche still geworden ist, steht im Leitfaden Microsoft 365 Änderungen im Blick behalten. Die Preise der Pläne sind parallel gestiegen, das ist ein eigenes Thema und im Leitfaden Microsoft 365 Preiserhöhung 2026 im Detail erklärt.

Die Logik dahinter ist einfach: Microsoft hebt den Wert der Pläne an, um die höheren Preise zu rechtfertigen. Für Sie heißt das, der Plan kann jetzt Dinge, für die Sie bisher extra gezahlt haben.

Welche Add-ons wurden dadurch überflüssig?

Überflüssig ist jedes Add-on, dessen Funktion seit Juli im Basisplan steckt. Die häufigsten Fälle:

Standalone-Add-on Enthalten in Redundant für
Defender for Office 365 Plan 1 Microsoft 365 E3, Office 365 E3 E3-Kunden mit separatem Defender-P1-Add-on
Microsoft Intune Plan 2 Microsoft 365 E3 E3-Kunden mit Intune-Plan-2-Add-on
Intune Remote Help, Advanced Analytics Microsoft 365 E3 wer die Intune Suite nur dafür gekauft hat
Intune EPM, Cloud PKI, Enterprise App Management Microsoft 365 E5 E5-Kunden mit Intune-Suite-Add-on

Achten Sie auch auf Doppelungen über Add-on-Pakete. Wer neben E3 ein Enterprise Mobility + Security E3 fährt, hat dieselben Intune-Funktionen seit Juli auf beiden Seiten. Genau solche Überschneidungen sind teuer und unauffällig.

Security Copilot ist ein Sonderfall. Es kommt für E5-Kunden seit November 2025 rollierend dazu und gehört zum Juli-2026-Packaging; abgerechnet wird es nicht pro Nutzer, sondern über Verbrauchseinheiten. Wer parallel separate Einheiten provisioniert hat, sollte das beim Renewal prüfen, auch wenn es kein klassisches Add-on ist.

Nicht jedes Add-on fällt komplett weg. Manche Sicherheitspakete enthalten neben der jetzt gebündelten Funktion noch weitere Bausteine. Hier lohnt der genaue Blick, ob das Add-on nach Juli noch einen eigenen Zweck erfüllt oder nur noch Reste abdeckt.

Warum bemerkt das kaum jemand?

Weil nichts davon automatisch passiert. Das Add-on ist eine eigene Lizenz in Ihrem Abo und läuft weiter, bis jemand sie aktiv reduziert. Microsoft entfernt kein Add-on, nur weil dessen Funktion jetzt im Plan steckt.

Dazu kommt die NCE-Mechanik. Unter der New-Commerce-Experience können Sie die Zahl der Seats nur innerhalb von sieben Kalendertagen nach Kauf oder Verlängerung senken. Danach ist sie bis zur nächsten Verlängerung gesperrt. Ein redundantes Add-on zahlen Sie also bis zum Laufzeitende voll weiter. Warum diese Sperre am Vertrag hängt und nicht am Produkt, erklärt was beim Wechsel vom Enterprise Agreement in den CSP-Kanal vertraglich passiert.

Der dritte Grund ist Sichtbarkeit. Ein normaler Lizenzbericht zeigt, wer welche Lizenz hat. Er zeigt nicht, dass ein Add-on seit Juli vom Basisplan doppelt abgedeckt ist. Diese Verbindung muss jemand kennen und gezielt prüfen.

Ein kleines Rechenbeispiel macht die Größenordnung deutlich. 30 E3-Nutzer mit einem separaten Defender-for-Office-365-Plan-1-Add-on zu rund 2 Euro binden 60 Euro im Monat. Seit Juli steht diesem Betrag kein eigener Gegenwert mehr gegenüber.

Wie finde ich die Doppelzahlungen in meinem Tenant?

Der Hebel ist ein Abgleich pro Nutzer: Welches Add-on trägt eine Person, und ist dessen Funktion durch den Basisplan schon abgedeckt? Genau diesen Abgleich nimmt LessLicense automatisch und read-only vor. Das Tool vergleicht jedes zugewiesene Add-on gegen den tatsächlichen Funktionsumfang des Basisplans und meldet die redundanten als konkrete Empfehlung mit Einsparbetrag und passendem Aufräum-Task.

Diese Redundanz-Erkennung ist nicht auf das Repackaging beschränkt. Sie findet jede Doppelstruktur, etwa ein separat gekauftes Entra ID P2 neben einem Sicherheitspaket, das es bereits enthält. Die Umsetzung bleibt bei Ihnen: Das Tool empfiehlt, der Admin entscheidet und entzieht die Lizenz.

Der Abgleich bleibt nicht bei den Zuweisungen stehen. LessLicense prüft pro Nutzer, ob ein lizenziertes Feature tatsächlich genutzt wird. Bei Schutzfunktionen zählt zusätzlich, ob der Nutzer wirklich im Geltungsbereich einer aktiven Richtlinie liegt. Eine Conditional-Access-Lizenz zählt also erst, wenn den Nutzer auch eine Richtlinie abdeckt, nicht schon durch die bloße Zuweisung.

Aus diesem Bild errechnet das Tool für jeden Nutzer die günstigste Lizenzkombination, die seinen echten Bedarf noch deckt. Wer Premium-Funktionen nie auslöst, bekommt eine kleinere Suite vorgeschlagen. Wer sie braucht, behält sie. So entsteht pro Person ein aktueller, optimal gehaltener Lizenzschnitt statt einer pauschalen Annahme über die ganze Belegschaft.

Für die konkreten Juli-Fälle gilt: Prüfen Sie jetzt gezielt jedes Defender- und Intune-Add-on auf Ihren E3- und E5-Nutzern. Was vorher ein sinnvoller Zukauf war, kann heute reine Doppelzahlung sein. Wie der Analyse-Ablauf im Detail aussieht, zeigt So funktioniert es.

Steht ein Postfach unter einem rechtlichen Hold, blockiert die Analyse eine voreilige Empfehlung zum Lizenzentzug und schlägt einen sicheren Weg vor. Alles läuft on-premises in Ihrem Netzwerk, die Nutzungsdaten verlassen den Tenant nicht.

Was tun vor der nächsten Verlängerung?

Der wirksamste Zeitpunkt ist das Fenster vor der Verlängerung. Den Termin finden Sie im Microsoft 365 Admin Center unter Abrechnung und dann Ihre Produkte. Jedes Abo zeigt dort sein Verlängerungs- oder Ablaufdatum. Läuft Ihre Lizenzierung über einen Partner (CSP), nennt Ihnen den Termin Ihr Reseller, weil die Abrechnung dort liegt. Wer seinen Renewal-Termin kennt, bereinigt bis dahin den Add-on-Bestand, damit nur noch bezahlt wird, was der Plan nicht ohnehin abdeckt.

Das gehört zum größeren Aufräumen vor jedem Renewal, von inaktiven Konten bis zu falsch dimensionierten Suiten. Welche acht Posten das im Detail sind, zeigt der Leitfaden Microsoft 365 Lizenzkosten senken.

FAQ

Zahle ich nach dem Repackaging wirklich doppelt?

Nur, wenn Sie eine Funktion als separates Add-on lizenziert haben, die seit Juli 2026 schon im Basisplan E3 oder E5 enthalten ist. Das Add-on wird nicht automatisch entfernt, sondern läuft als eigene Lizenz weiter. Bis Sie es kündigen, zahlen Sie die Funktion zweimal.

Welche Add-ons sind seit Juli 2026 überflüssig?

Vor allem ein separates Defender for Office 365 Plan 1 und Intune Plan 2 bei E3-Kunden sowie Teile der Intune Suite bei E3 und E5. Ob ein Add-on komplett wegfällt, hängt davon ab, ob es neben der gebündelten Funktion noch weitere Bausteine enthält.

Ab wann gilt das Repackaging?

Der Rollout begann zum 1. Juli 2026. Für die Intune- und Verwaltungsfunktionen nennt Microsoft den 1. August 2026 als Abschluss, für Defender for Office 365 Plan 1 den Herbst 2026. Ob er in Ihrem Tenant angekommen ist, zeigt das Message Center.

Wie finde ich heraus, welche Add-ons in meinem Tenant redundant sind?

Sie brauchen einen Abgleich pro Nutzer zwischen zugewiesenem Add-on und dem Funktionsumfang des Basisplans. Ein reiner Lizenzbericht reicht nicht, weil er die Überschneidung nicht zeigt. Eine Nutzungs- und Lizenzanalyse wie LessLicense macht die redundanten Add-ons sichtbar und beziffert die Einsparung.

Sollte ich meine Verträge verlängern, solange redundante Add-ons laufen?

Besser nicht ohne vorherige Bereinigung. Wer vorschnell verlängert, schreibt unter NCE auch die redundanten Add-ons für die ganze Laufzeit fest. Sinnvoller ist, erst den Bestand zu prüfen und dann zum richtigen Termin zu verlängern.