Microsoft 365 verbrauchsbasierte Abrechnung: was sich ändert
Kurz gesagt: Microsoft löst feste Lizenzen nicht ab, sondern stellt ihnen einen Zähler zur Seite. Neben die monatliche Pauschale pro Nutzer tritt eine verbrauchsbasierte Schicht, abgerechnet in Credits zu 0,01 US-Dollar, pro Lauf oder pro Gigabyte. Der Sockel bleibt planbar, der Verbrauch nicht. Wer die neue Schicht nicht aktiv steuert, bekommt eine Rechnung, die mit der Nutzung schwankt.

Was bedeutet verbrauchsbasierte Abrechnung bei Microsoft 365?
Verbrauchsbasierte Abrechnung heißt: Sie zahlen für die tatsächliche Nutzung, nicht für ein festes Kontingent. Die feste Lizenz kostet pro Nutzer und Monat denselben Betrag, egal ob jemand sie voll ausreizt oder gar nicht öffnet. Die verbrauchsbasierte Schicht zählt einzelne Aktionen und stellt sie in Rechnung.
Gezählt wird in drei Einheiten. Der Copilot Credit zu 0,01 US-Dollar deckt KI-Aktionen ab. Ein Lauf steht für eine ausgeführte Automatisierung. Ein Gigabyte steht für Speicher und Datenverarbeitung. Abgerechnet wird meist über eine verbundene Azure-Subscription, nicht über die klassische Lizenzrechnung. Welche Copilot-Stufe die verbrauchsbasierten Dienste überhaupt voraussetzen, steht in Copilot-Stufen: Wo die Unterschiede wirklich liegen.
Entscheidend ist das Wort daneben, nicht statt. Die Pauschale verschwindet in den meisten Fällen nicht. Sie bekommt einen zweiten Posten zur Seite, der mit der Nutzung mitläuft. Aus einem festen Seat wird ein Seat plus Zähler.
Seit wann rollt diese Welle?
Seit 2022, aber 2026 wird sie breit. Die ersten verbrauchsbasierten Meter führte Microsoft leise in der Power Platform ein. Seitdem kommt fast jedes Quartal ein Dienst dazu, und allein sieben von elf Schritten auf dem Zeitstrahl fallen in das Jahr 2026.
| Datum | Was sich ändert |
|---|---|
| ab 2022 | Power Platform hat die ersten PAYG-Meter gestartet (Power Apps, Power Automate, Power Pages, Dataverse) |
| Juli 2024 | Power BI Premium (P-SKU) ist zu Fabric Capacity Units geworden |
| 2024 | Microsoft 365 Backup und Archive sind verbrauchsbasiert gestartet, Syntex ist zu Document Processing PAYG geworden |
| September 2025 | Aus Copilot-Studio-Messages sind Copilot Credits zu 0,01 US-Dollar geworden |
| Januar 2026 | Power Apps per-App-Lizenz: Verkaufsstopp für Neukunden |
| Juni 2026 | GitHub Copilot ist auf nutzungsbasierte Abrechnung gewechselt |
| Juni 2026 | SharePoint-Speicher hat einen PAYG-Tarif pro Gigabyte bekommen |
| Juni 2026 | Die Work-IQ-Schnittstelle ist verfügbar geworden, Copilot Cowork ist verbrauchsbasiert geworden |
| Juli 2026 | Der feste Sockel ist teurer geworden: Preisrunde von 5 bis 33 Prozent je nach Plan |
| November 2026 | AI-Builder-Credits werden entfernt, alles läuft über Copilot Credits |
| Dezember 2026 | Neue Copilot-Business-Lizenzen im CSP: Abrechnung nach Verbrauch standardmäßig an, in Deutschland zunächst nicht |
Stand: 26. Oktober 2026. Alle Einträge bis Juli 2026 sind umgesetzt, die Schritte im November und Dezember stehen noch aus.
Welche Microsoft-Lizenzen bekommen einen Zähler?
Fast alle, und zwar in drei Mustern. Manche feste Lizenz wird ganz abgelöst. Manche bleibt und bekommt einen Zähler obendrauf. Und manche Funktion entsteht von Anfang an verbrauchsbasiert.
Welle 1, die Ablösung. Die feste Lizenz verschwindet, der Verbrauch tritt an ihre Stelle.
| Vorher (feste Lizenz) | Jetzt (Verbrauch) |
|---|---|
| AI Builder Seeded Credits | Copilot Credits (ab November 2026) |
| Power Virtual Agents, pro Sitzung | Copilot Studio Credits |
| Power BI Premium (P-SKU) | Fabric Capacity Units, pausierbar |
| Microsoft Syntex, pro Nutzer | Document Processing, pro Transaktion |
| Power Apps per-App | Pay-as-you-go, pro aktivem Nutzer |
| Power Pages, feste Kapazität | Pay-as-you-go, pro Nutzer |
Welle 2, der Seat mit Zähler. Die feste Lizenz bleibt, der Verbrauch kommt als zweiter Posten dazu.
| Lizenz bleibt | Zähler kommt dazu |
|---|---|
| Microsoft 365 Copilot | Credits für das, was die Lizenz nicht abdeckt, etwa Cowork, Computer Use und die Work IQ API |
| GitHub Copilot | AI-Credit-Budget plus Abrechnung nach Token |
| Security Copilot | Security Compute Units plus Overage |
| Dynamics 365 | inkludierte Credits plus Pay-as-you-go |
| Power Automate, pro Nutzer | optional pro Lauf (0,60 oder 3,00 US-Dollar) |
| Dataverse und SharePoint-Speicher | pro Gigabyte über dem Kontingent |
Welle 3, von Anfang an mit Zähler. Diese Funktionen hatten nie eine Pauschale. Sie werden direkt verbrauchsbasiert abgerechnet: autonome Agentenläufe, deren Auslösung immer als Agent Action zu 5 Credits berechnet wird; ein Reasoning-Aufschlag für komplexe Antworten; Sprachausgabe pro Minute; Abfragen anderer Anwendungen über die Work IQ API; Copilot Cowork; sowie Microsoft 365 Backup und Archive pro Gigabyte. Was Microsoft 365 Copilot selbst im Arbeitskontext liest, ist dagegen in der Lizenz enthalten.
Die Währung dahinter konvergiert. Ob KI-Aktion, Agentenlauf oder Datenabruf, am Ende steht meist derselbe Posten: der Copilot Credit.
Was heißt das für die IT-Budgetplanung?
Das Budget zerfällt in zwei Teile: einen planbaren Sockel und einen schwankenden Verbrauch. Den Sockel bilden die festen Lizenzen, er verhält sich wie immer. Der Verbrauch hängt davon ab, wie intensiv Ihre Nutzer Agenten, Automatisierungen und Speicher beanspruchen.
Die alte Faustregel bricht damit weg. Bisher genügte die Zahl der Nutzer, um die Microsoft-Kosten grob vorherzusagen. Jetzt bewegen wenige aktive Power-User oder ein einzelner Flow mit hoher Laufzahl die Rechnung spürbar. Die Kosten folgen der Nutzung, nicht mehr dem Seat-Count.
Das ist nicht per se teurer. Verbrauch kann günstiger sein als eine selten genutzte Pauschale. Ohne Steuerung ist er aber nicht vorhersehbar, und genau das ist das neue Risiko. Hinzu kommt die Preisrunde im Juli 2026, die den Sockel zusätzlich anhebt.
Wie bleibt der Verbrauch planbar?
Mit Transparenz statt Bauchgefühl. Drei Hebel sind entscheidend, und alle drei brauchen belastbare Verbrauchsdaten.
- Sichtbarkeit: Wer zieht welche Credits, welche Flows laufen wie oft, welcher Speicher wächst. Welche Limits den Verbrauch wirklich stoppen, zeigt Copilot-Kosten begrenzen.
- Pauschale gegen Verbrauch abwägen: Microsoft empfiehlt selbst, Flows mit vielen Läufen auf eine feste Lizenz zu legen und seltene oder saisonale Last verbrauchsbasiert zu fahren. Die richtige Wahl spart deutlich.
- Agenten nach Wert sortieren: Nicht jeder Agent trägt seine Credits. Was ein Agent kostet, zeigt der Leitfaden Was KI-Agenten in Microsoft 365 kosten. Wie man seinen Nutzen ehrlich beziffert, zeigt KI-Agenten ROI messen.
Einen Teil dieser Sichtbarkeit liefert LessLicense. Das Tool wertet pro Nutzer aus, welche feste Lizenz wirklich gebraucht wird. Ungenutzte Copilot-Lizenzen, die als Add-on gebucht sind, findet es mit Betrag. Für Copilot-Studio-Agenten zeigt es auf Knopfdruck die von Microsoft verbuchten Credits je Agent und je Person. Daneben stehen das Limit und Ihr eigener Planwert. Wie der Ablauf funktioniert, zeigt So funktioniert es.
FAQ
Was ist der Unterschied zwischen fester und verbrauchsbasierter Abrechnung bei Microsoft 365?
Die feste Lizenz kostet pro Nutzer und Monat einen gleichbleibenden Betrag, unabhängig von der Nutzung. Die verbrauchsbasierte Abrechnung zählt einzelne Aktionen, Läufe oder Gigabyte und stellt nur diese in Rechnung, meist über eine Azure-Subscription. In der Praxis stehen beide nebeneinander: ein fester Sockel plus ein laufender Zähler.
Lösen Copilot Credits die festen Microsoft-365-Lizenzen ab?
In den meisten Fällen nicht. Die Pauschale bleibt und bekommt einen verbrauchsbasierten Posten zur Seite. Vollständig abgelöst werden vor allem ältere Modelle wie die Power-Apps-per-App-Lizenz oder Power BI Premium. Die KI-Funktionen in Microsoft 365 Copilot laufen dagegen als Seat plus Zähler.
Was kostet ein Copilot Credit?
Ein Copilot Credit kostet 0,01 US-Dollar. Wie viele Credits eine Aktion verbraucht, hängt von ihrer Komplexität ab. Ein autonomer Trigger zählt als Agent Action zu 5 Credits und wird immer berechnet, auch innerhalb einer Copilot-Lizenz. Ein vollständiger Lauf mit Datenzugriff und Tool-Aufrufen kommt schnell auf 20 Credits und mehr.
Wird Power Automate jetzt pro Lauf abgerechnet?
Optional, ja. Die feste Lizenz pro Nutzer bleibt bestehen. Daneben gibt es einen verbrauchsbasierten Tarif: rund 0,60 US-Dollar pro Cloud-Lauf und 3,00 US-Dollar pro unbeaufsichtigtem Desktop-Lauf. Für Flows mit vielen Läufen ist die feste Lizenz meist günstiger, für seltene oder saisonale Last der Verbrauchstarif.