Copilot-Kosten begrenzen: was stoppt und was nur warnt

Von Philipp Metzner ·

Um Copilot-Kosten zu begrenzen, bietet Microsoft vier Stellen mit Limit oder Budget. Zwei davon stoppen den Verbrauch am Limit. Das sind die Spending Policies im Microsoft 365 Admin Center. Dazu kommt das Limit je Agent im Power Platform Admin Center, sofern „Hard stop“ eingestellt ist. Das Budget einer Billing Policy und ein Azure-Budget schicken nur Mails. Auch die beiden echten Bremsen greifen mit Verzug, deshalb brauchen Sie einen Puffer.

Welche Kostenbremsen gibt es für Copilot?

Microsoft verteilt die Kostenkontrolle für Copilot Credits auf zwei Admin Center und Azure. Jede Bremse gilt nur für bestimmte Dienste und wirkt am Limit anders.

Bremse Wo Sie sie einstellen Gilt für Am Limit Verzug
Spending Policy Microsoft 365 Admin Center, Copilot > Cost Management Cowork, Work IQ API, Advanced work in SharePoint und OneDrive, Teams Phone Agent, Code, Copilot Managed Runtime stoppt neue Nutzung bis zum Monatsersten bei Cowork asynchron
Limit je Agent Power Platform Admin Center, Licensing > Copilot Studio Copilot-Studio-Agenten stoppt nur mit „Hard stop“ „nicht sofort“ laut Microsoft
Budget einer Billing Policy Microsoft 365 Admin Center, Copilot > Billing & usage Copilot Chat, SharePoint-Agenten, Retrieval API warnt per Mail Abschalten wirkt nach bis zu zwei Stunden
Azure-Budget Azure Cost Management alles über die verbundene Azure-Subscription warnt per Mail Daten nach 8 bis 24 Stunden

Die Copilot-Lizenz selbst ist ein fester Betrag je Person. Keine dieser Bremsen berührt sie. Gebremst wird der Verbrauch daneben, und der entsteht vor allem an drei Stellen: bei Diensten wie Cowork, bei Agenten in Copilot Chat für Personen ohne Copilot-Lizenz und bei Copilot-Studio-Agenten. Dazu kommt Copilot selbst, denn Frontier-Modelle laufen über Credits. Für die Nutzungslimits der Lizenz kündigt Microsoft an: Wer eines erreicht, wechselt auf Credits oder, wo möglich, kostenlos in den Standardmodus Auto.

Bezahlt wird aus vorausbezahlten Paketen oder über eine verbundene Azure-Subscription. Was ein einzelner Agent kostet und wann die Lizenz die Nutzung abdeckt, zeigt Was KI-Agenten in Microsoft 365 kosten. Wie die Schicht nach Verbrauch insgesamt wächst, steht in Microsoft 365 verbrauchsbasierte Abrechnung.

Wie stoppen Spending Policies den Verbrauch?

Eine Spending Policy legt fest, wer einen Dienst nutzen darf und wie viele Credits im Monat. Ist das Limit erreicht, verliert die Person den Zugriff auf die Agenten und Dienste der Policy. Am Monatsersten beginnt der Zähler neu. Vorher kann die Person mehr Credits anfragen. Über die Anfrage entscheidet ein Admin oder ein hinterlegter Freigabeweg.

Für Enterprise-Kunden ist die Abrechnung nach Verbrauch zunächst aus. Die Dienste bleiben gesperrt, bis ein Admin die erste Spending Policy anlegt. Vorher berechnet Microsoft dafür nichts.

Sie finden die Policies im Microsoft 365 Admin Center unter Copilot > Cost Management. Vier Einstellungen sollten Sie kennen:

  • Mindestlimit. Das Admin Center verlangt mindestens 2.000 Credits je Person und Monat, im Pay-as-you-go rund 20 US-Dollar.
  • Neue Dienste. Die Option „Auto-apply new services“ ist standardmäßig eingeschaltet. Jeder neue Dienst, den Microsoft unterstützt, fällt dann automatisch unter die Policy. Prüfen Sie je Policy, ob Sie das wollen.
  • Reihenfolge der Bezahlung. Verbraucht werden zuerst vorausbezahlte Credits, danach Pay-as-you-go.
  • Mehrere Policies. Fällt eine Person unter mehrere Policies für denselben Dienst, gilt die mit dem höchsten Personenlimit. Bei Gleichstand entscheidet das größere Gesamtlimit, dann die neueste Policy.

Die letzte Regel hat eine Folge, die leicht übersehen wird. Eine großzügige Policy für eine Abteilung hebelt eine strenge Policy für alle aus. Wer eine Obergrenze für das ganze Haus will, stellt für denselben Dienst keine zweite Policy mit höherem Personenlimit daneben.

Bei Cowork ist die Spending Policy zugleich der Zugang. Wer eine Copilot-Lizenz hat und im Geltungsbereich einer Policy mit Cowork steht, darf Cowork nutzen. Ein kleines Limit ist deshalb kein Weg, Cowork zu sperren. Wer Cowork nicht nutzen soll, gehört aus dem Geltungsbereich heraus. Zudem prüft Microsoft Zugang und Limit asynchron. Eine Person kann also nach Erreichen des Limits noch eine oder mehrere Aufgaben starten.

Copilot-Studio-Agenten stehen nicht in der Liste der Dienste. Microsoft hat im September angekündigt, sie ab Oktober in die Kostenverwaltung aufzunehmen. Die Dokumentation verweist für Copilot Studio aber weiter auf das Power Platform Admin Center (Stand Ende Oktober 2026).

Wie begrenzen Sie Copilot-Studio-Agenten?

Mit einem Limit je Agent im Power Platform Admin Center, unter Licensing > Copilot Studio > Manage Agents. Hart wird das Limit erst mit der Einstellung „Hard stop“, in Microsofts Schrittanleitung „Stop usage“ genannt. Dann schaltet Microsoft den Agenten am Limit ab. Ein Standardlimit für neue Agenten gibt es nicht, jedes Limit setzen Sie einzeln.

Drei Lücken sollten Sie kennen:

  • Verzug. Microsoft schreibt selbst, dass Limits nicht sofort greifen. Ein Agent kann nach Erreichen des Limits noch eine Weile antworten. Setzen Sie Limit und Warnschwelle deshalb mit Abstand.
  • Agent Flows. Das Limit eines Agenten stoppt die Agent Flows nicht, die er aufruft. Flows werden getrennt abgerechnet. Neue Flow-Läufe blockiert Microsoft erst, wenn die Umgebung keine Credits mehr hat.
  • Umgebung. Sie können einer Umgebung eine feste Menge Credits zuteilen. Diese Zuteilung bremst aber nur, wenn zwei Optionen aus sind: „Draw from the available capacity in my tenant“ und „Bill to my pay-as-you-go billing plan“. Die erste ist bei Umgebungen ohne Zuteilung voreingestellt. Soll die Zuteilung bremsen, prüfen Sie je Umgebung, ob beide aus sind.

Für vorausbezahlte Kapazität gilt zusätzlich eine Regel für den ganzen Tenant. Bei 125 Prozent Verbrauch schaltet Microsoft die eigenen Agenten ab. Ausgenommen sind Umgebungen, die noch eigene zugeteilte Credits haben oder per Pay-as-you-go abrechnen. Ein laufendes Gespräch endet dabei noch normal. Für Agent Flows liegt die Grenze schon bei 100 Prozent: Ist die vorausbezahlte Kapazität verbraucht, starten keine neuen Läufe mehr.

Warum bremst das Budget einer Billing Policy nicht?

Weil Microsoft es nicht durchsetzt. Das Budget löst Mails aus, wenn sich die Ausgaben der Grenze nähern. Die Nutzung läuft aber ungebremst weiter, auch über das Budget hinaus.

Billing Policies steuern Pay-as-you-go für Copilot Chat. Gemeint ist vor allem der Verbrauch von Personen ohne Copilot-Lizenz, die im Chat Agenten nutzen. Dazu kommen SharePoint-Agenten und die Retrieval API. Je Tenant sind bis zu 50 Billing Policies möglich, jede mit eigenen Personen oder Gruppen.

Begrenzen lässt sich dieser Verbrauch auf zwei Wegen:

  • Über den Kreis der Personen. Nur wer einer Billing Policy zugeordnet ist, kann die abgerechneten Agenten nutzen.
  • Über das Abschalten. Schalten Sie Pay-as-you-go aus, dauert es bis zu zwei Stunden, bis die Agenten nicht mehr nutzbar sind.

Den Überblick liefert der Bericht „Microsoft Copilot Credits“ im Admin Center. Er zeigt den Verbrauch je Person, je Agent und je Policy. Neue Nutzung erscheint dort binnen einer Stunde. Verbraucht eine Person mehr als 3.000 Credits in 30 Tagen, erscheint eine Warnkarte. Der Bericht deckt nur diese Billing Policies ab, nicht die Spending Policies.

Stoppt ein Azure-Budget die Copilot-Abrechnung?

Nein. Ein Azure-Budget verschickt Mails, wenn eine Schwelle überschritten ist, und lässt die Ressourcen unberührt. Für Copilot Studio sagt Microsoft das ausdrücklich: Budgets und Warnungen stoppen den Verbrauch nicht.

Dazu kommt der Verzug. Kostendaten erreichen Azure meist nach 8 bis 24 Stunden, Budgets werden alle 24 Stunden ausgewertet. Cowork, Copilot Studio und die Work IQ API erscheinen dort gemeinsam unter dem Dienst „Microsoft Copilot Studio“. Welcher Dienst einen Posten verursacht hat, zeigt Azure also nicht direkt. Trennen lässt sich das über eigene Subscriptions oder Ressourcengruppen. Verbrauch aus vorausbezahlten Paketen zeigt Azure gar nicht.

Als Frühwarnung für die Finanzabteilung taugt das Azure-Budget trotzdem. Microsoft empfiehlt, es mit einem harten Limit je Agent zu kombinieren.

Was ändert sich am 1. Dezember 2026 für Copilot Business?

Ab dem 1. Dezember 2026 ist Pay-as-you-go für neue Copilot-Business-Lizenzen im CSP standardmäßig eingeschaltet. Das gilt für Einzelangebote und für Pakete. Microsoft 365 Copilot für Enterprise fällt nicht darunter. Das Standardlimit liegt bei 4.000 Credits je Person und Monat, rund 40 US-Dollar. Admins können es ändern.

Microsoft rechnet selbst vor: 100 Nutzer mit Copilot Business können damit bis zu 400.000 Credits im Monat verbrauchen. Bei 0,01 US-Dollar je Credit sind das bis zu 4.000 US-Dollar im Monat.

Zunächst gilt die Umstellung nicht in Deutschland. Ausgenommen sind auch Frankreich, Italien, Spanien, Belgien, die Niederlande, Polen und einige Länder außerhalb Europas. Österreich und die Schweiz stehen nicht auf dieser Liste.

Kaufen Sie Copilot Business über einen CSP-Partner? Dann fragen Sie ihn, ob Ihre neuen Lizenzen unter die Umstellung fallen und mit welchem Limit.

Wie sehen Sie, wo Sie stehen?

Neben dem Credits-Bericht und Azure helfen vor allem zwei weitere Ansichten:

  • Cost Management im Microsoft 365 Admin Center zeigt den Verbrauch je Policy, Person, Gruppe, Agent und Dienst. Der Reiter Consumption wird alle zwei Stunden aktualisiert.
  • Das Power Platform Admin Center zeigt den Verbrauch je Agent und Agent Flow, mit einem Detailbericht je Umgebung.

LessLicense ergänzt die Sicht auf Copilot-Studio-Agenten. Auf Knopfdruck holt es die von Microsoft verbuchten Credits des laufenden Monats je Agent und je Person. Je Agent steht daneben das Limit aus dem Power Platform Admin Center. Dazu setzen Sie je Agent oder Person einen eigenen Planwert. Angezeigt wird Microsofts Buchungsstand, der einige Tage zurückliegen kann. Ungenutzte Copilot-Lizenzen, die als Add-on gebucht sind, findet es mit Betrag. Das läuft on-premises in Ihrem Netzwerk. Wie der Ablauf funktioniert, zeigt So funktioniert es.

FAQ

Was passiert mit einer Aufgabe, die das Limit überschreitet?

Sie kann ohne Unterbrechung zu Ende laufen. Das beschreibt Microsoft für das Personenlimit in einer Spending Policy für Gruppen. Der Mehrverbrauch zählt nicht zum Limit. Berechnet wird er laut Microsoft nicht, die Entscheidung behält Microsoft sich aber vor.

Setzt ein Gruppenwechsel das Credit-Limit zurück?

Nein. Wer zwischen Gruppen oder Spending Policies wechselt, nimmt seinen Verbrauch mit. Die neue Policy rechnet die bisher verbrauchten Credits gegen ihr Limit. Auch das Löschen einer Policy setzt den Verbrauch nicht zurück.

Wer darf Spending Policies anlegen?

Die Einrichtung startet ein Global Administrator oder Billing Administrator. AI Administrators und License Administrators können Policies bearbeiten und Limits ändern, aber keine neuen anlegen. Zum Mitlesen reichen Leserollen wie AI Reader oder Global Reader.

Fallen Credits an, obwohl alle Nutzer eine Copilot-Lizenz haben?

Ja, für einige Dienste. Cowork, Advanced work in SharePoint und OneDrive sowie der Dienst Code setzen eine Copilot-Lizenz voraus und verbrauchen trotzdem Credits. Bezahlt werden sie aus vorausbezahlten Paketen oder per Pay-as-you-go.