Microsoft 365 Änderungen im Blick behalten: 5 Quellen

Von Philipp Metzner ·

Wer die Änderungen an Microsoft 365 im Blick behalten will, hat fünf Quellen zur Auswahl. Verlässlich ist davon heute eine, das Message Center. Das ist mehr als ärgerlich, denn die größte Verschiebung der letzten fünf Jahre steckt ausgerechnet in der Quelle, die Microsoft am stärksten zusammengestrichen hat.

Welche fünf Quellen gibt es, und wofür ist jede gedacht?

Sie beantworten verschiedene Fragen, und genau das wird oft verwechselt.

Zwei sagen Ihnen, was kommt: die Roadmap für die allgemeine Planung, das Message Center für Ihren eigenen Tenant. Drei sagen Ihnen, was schon da ist: die Release Notes des Office-Clients, der Changelog der Graph-Schnittstelle und die What's-new-Seiten der einzelnen Dienste.

Quelle Wofür sie gedacht ist Menge je Quartal Status
Message Center Was sich in Ihrem Tenant ändert, mit Frist. Nur für Administratoren sichtbar. rund 354 Meldungen, davon 99 mit Handlungsbedarf trägt
Roadmap Was Microsoft plant, mit Zieltermin. Gilt für alle Tenants gleich. rund 300 Einträge mit Liefertermin Termin beweglich
Release Notes des Office-Clients Was in einem konkreten Build steckt, getrennt nach Update-Kanal. zuletzt rund 12 Builds fast leer
Graph-Changelog Jede Änderung an der Programmierschnittstelle, maschinenlesbar. rund 676 Änderungen seit August still
What's-new-Seiten Neue Funktionen je Dienst, ausführlich erklärt. keine feste Menge im Rückstand

Die Messfenster sind nicht identisch. Das Message Center steht auf zehn Quartalen, Roadmap und Release Notes auf allen 21, der Graph-Changelog auf 20.

Eine sechste Adresse wird oft dazugezählt und gehört nicht in diese Liste. Service Health meldet laufende Störungen, keine geplanten Änderungen. Microsoft grenzt beides ausdrücklich voneinander ab.

Wie diese Urteile zustande kommen, steht in den folgenden Abschnitten. Sie stammen aus einer eigenen Messung über 21 Quartale.

Wird Microsoft 365 wirklich immer schneller geändert?

Nein. Das Volumen ist bemerkenswert stabil.

Ehrlich gesagt hat mich das selbst überrascht. Im Tagesgeschäft fühlt es sich anders an: jede Woche eine neue Meldung, jeden Monat eine veränderte Oberfläche.

Irgendwann wollte ich es genau wissen und habe nachgezählt, statt weiter zu schätzen.

Grundlage sind 21 Quartale von Juli 2021 bis September 2026 und drei Reihen. Sie entstehen in verschiedenen Systemen und werden über verschiedene Wege veröffentlicht.

Die Microsoft-365-Roadmap, die Microsoft seit dem 27. August 2026 als AI at Work Roadmap führt, verzeichnete 2022 mindestens 998 Einträge mit Liefertermin. 2023 waren es 1.164, 2024 wieder 1.093, 2025 dann 1.450.

Das Message Center kam in denselben Jahren auf 1.033, 985, 1.080 und 1.173 Meldungen. Der Changelog der Graph-Schnittstelle auf 2.141, 3.385, 2.650 und 2.333 einzelne Änderungen.

Dreimal dasselbe Bild. Es schwankt, es wächst, aber es beschleunigt nicht. Die Roadmap legt über drei Jahre um 45 Prozent zu, das Message Center um 14 Prozent. Der Graph-Changelog schwankt ohne Richtung.

Was hier fehlt, ist die Explosion, die man im Tagesgeschäft zu spüren meint. Der Eindruck täuscht also nur in der Richtung. Es ist viel, es ist täglich, es hört nicht auf. Aber es wird nicht dramatisch mehr.

Verändert hat sich etwas anderes, und zwar gleich zweimal.

Was hat sich dann verändert?

Der Inhalt. Seit 2023 liegt eine neue Schicht über allem, und sie heißt Copilot.

Im vierten Quartal 2025 trugen 43 Prozent aller Roadmap-Einträge einen Copilot-Bezug, also einen Copilot-Eintrag im Produktfeld des Eintrags. Vor dem dritten Quartal 2023 war es kein einziger. Das ist die größte Verschiebung im ganzen Messfenster.

Wichtig ist dabei, was Copilot nicht ist. Keine weitere Produktkategorie neben Teams, Outlook und SharePoint. Gut zwei Drittel der Copilot-Einträge nennen zugleich ein anderes Produkt: Copilot in Word, Copilot in Teams, Copilot in Outlook.

Einträge der Microsoft-365-Roadmap je Quartal nach Produkt, mit dem Anteil der Einträge mit Copilot-Bezug von null auf 43 Prozent

Deshalb zeigt die Grafik Copilot als Linie über den Balken, nicht als achten Balken daneben. Ein gestapeltes Bild würde dieselben Einträge zweimal zeichnen und den Trend damit selbst erzeugen.

Für die Planung heißt das etwas Konkretes. Copilot ist nichts, was Sie getrennt betrachten können. Es verändert die Anwendungen, die Ihre Leute ohnehin benutzen.

Was passiert mit den klassischen Anwendungen?

Sie werden deutlich weniger bearbeitet, sobald man die Copilot-Einträge abzieht.

Das ist der Befund, den eine gestapelte Ansicht verdeckt. Rechnet man nur die Einträge ohne Copilot-Bezug, dreht sich das Bild bei mehreren Produkten um.

Produkt, ohne Copilot-Einträge 2021/22 2025/26 Veränderung
SharePoint und OneDrive 33 15 −55 %
Office-Apps (Word, Excel, PowerPoint) 30 15 −51 %
Teams 85 64 −25 %
Purview und Compliance 48 68 +41 %
Viva 16 27 +66 %
Outlook und Exchange 19 36 +93 %

Einträge je Quartal im Mittel, jeweils sechs volle Quartale.

Die klassische Office-Oberfläche wird also vor allem dann noch angefasst, wenn Copilot draufsteht. Wer auf eine bestimmte Funktion in Word oder SharePoint wartet, wartet heute messbar länger als 2022.

Umgekehrt gewinnen die Randbereiche. Outlook und Exchange haben sich fast verdoppelt. Compliance und Viva wachsen deutlich. Das sind die Stellen, an denen in den nächsten Jahren die Arbeit anfällt.

Was steht heute noch in den Release Notes des Office-Clients?

Fast nichts mehr.

Microsoft liefert den Office-Client über mehrere Update-Kanäle aus. Der Current Channel bekommt mehrmals im Monat eine neue Version, der Monthly Enterprise Channel einmal. Beide führen ihre Release Notes öffentlich, Sie können also selbst nachsehen.

Stand 7. September 2026 beschreibt Microsoft im Current Channel 1,9 Änderungen je Build. Bis Anfang 2025 waren es 9,8. Im Monthly Enterprise Channel sank der Wert von 11,9 auf 4,7.

Gleichzeitig liefert Microsoft häufiger aus. Die Zahl der Builds je Quartal stieg von 7,7 auf 12,2. Mehr Auslieferung, weniger Beschreibung.

Beschriebene Änderungspunkte je Office-Build im Current Channel und im Monthly Enterprise Channel, 21 Quartale von 2021 bis 2026, mit dem Einbruch ab Mai 2025

Leere Release-Abschnitte gab es vereinzelt immer. Neu ist, dass sie zur Regel geworden sind. Bis April 2025 trugen 10 von 120 Abschnitten keine einzige inhaltliche Aufzählung. Seit Mai 2025 sind es 30 von 69.

Acht Prozent gegen dreiundvierzig. Das ist der Bruch.

Am 17. August 2025 hat Microsoft zusätzlich die Formulierung vereinheitlicht, und zwar rückwirkend.

Ein Archivstand vom 14. August zeigt in Version 2504 noch den Satz "Various bug and performance fixes". Der Stand vom 17. August zeigt an derselben Stelle "Various fixes to functionality and performance".

Gelöscht wurde dabei nichts. Die betroffenen alten Abschnitte waren schon vorher ohne Inhalt, nur anders formuliert. Die alte Formulierung kommt auf den Kanalseiten heute kein einziges Mal mehr vor.

Angekündigt wurde die Umstellung im Message Center nicht. Ich habe 4.320 Meldungen im Volltext durchsucht, nach Formulierungen wie "no longer be documented" oder "stop publishing". Kein Treffer. Ob Microsoft es an anderer Stelle erklärt hat, kann ich nicht ausschließen.

Es ist trotzdem kein allgemeiner Rückzug, und das gehört zur Redlichkeit dazu. Die Beschreibungslänge der Roadmap-Einträge ist über fünf Jahre stabil geblieben, und die Produktzuordnung ist lückenlos gepflegt.

Der Einbruch trifft die Release Notes des Office-Clients. Andere Quellen verlieren nicht an Tiefe, sondern an Aktualität und an Archiv. Dazu weiter unten mehr.

Warum wird das ausgerechnet jetzt zum Problem?

Weil Copilot genau über die Kanäle ausgeliefert wird, die Microsoft nicht mehr beschreibt.

Microsoft ist an dieser Stelle eindeutig. Für Copilot in den Desktop-Apps müssen die Microsoft 365 Apps im Current Channel oder im Monthly Enterprise Channel laufen. Das ist keine Empfehlung, sondern eine Bedingung.

Das sind dieselben beiden Kanäle, deren Beschreibungstiefe von 9,8 auf 1,9 und von 11,9 auf 4,7 Punkte je Build gefallen ist. Die Schicht, die inzwischen 43 Prozent aller Änderungen ausmacht, kommt durch das Rohr, über das Microsoft am wenigsten sagt.

Dazu kommt eine zweite Bewegung, und die hat viele Häuser unbemerkt getroffen. Am 14. Juli 2026 hat Microsoft mit Version 2606 den Semi-Annual Enterprise Channel und den Monthly Enterprise Channel zusammengeführt, angekündigt unter MC1274325. Aus dem halbjährlichen Funktionstakt wurde ein monatlicher.

Der langsame Kanal ist damit nicht abgeschafft, aber praktisch bedeutungslos geworden. Für neue Konfigurationen lässt sich seit April 2026 ohnehin nur noch Current Channel oder Monthly Enterprise Channel auswählen.

Der eigentliche Punkt liegt woanders. Der Semi-Annual Enterprise Channel war der einzige Kanal, in dem Copilot ausdrücklich nicht verfügbar war. Die Zusammenführung hat also einen ganzen Bestand an Geräten über Nacht Copilot-fähig gemacht, ohne dass jemand eine Entscheidung dazu treffen musste.

Wer nicht mitbekommt, was Microsoft an seinen Client-Updates tut, übersieht damit genau die Voraussetzung für das teuerste Add-on im Portfolio.

Und diese Voraussetzungen scheitern lautlos. Eine Copilot-Lizenz kann zugewiesen sein und trotzdem nichts bewirken.

Microsoft verlangt neben dem Kanal drei weitere Dinge. Ein primäres Postfach in Exchange Online. Keine gerätebasierte Lizenzierung der Microsoft 365 Apps. Und eine laufende Office-Feature-Updates-Aufgabe auf dem Gerät.

Fehlt eine davon, bekommt niemand eine Fehlermeldung. Die Rechnung läuft trotzdem weiter, und zwar für ein Add-on, dessen Stufen sich ohnehin nur im Datenzugriff unterscheiden, nicht im Funktionsumfang.

Welche Quelle sagt Ihnen, dass Sie handeln müssen?

Das Message Center. Es ist die einzige der fünf Quellen, die auf Ihren Tenant zugeschnitten ist.

Microsoft ordnet jede Meldung genau einer von drei Kategorien zu. Sie heißen "Prevent or fix issues", "Plan for change" und "Stay informed". Die Meldungen sind durchgängig englisch, auch in deutschen Tenants.

Der erste verbreitete Irrtum betrifft die Kategorie "Prevent or fix issues". Sie klingt nach Störungsmeldung, ist aber keine.

Microsoft grenzt sie ausdrücklich von der Service Health ab. Es geht um bekannte Probleme, bei denen Sie vorbeugend handeln sollen. Ein laufender Ausfall steht nie hier. Der zweite Irrtum ist teurer. Viele filtern auf "Plan for change" in der Annahme, dort stünde der Handlungsbedarf. Das stimmt nicht. Die Frist hängt nicht an der Kategorie, sondern an einer eigenen Spalte namens "Act by". Sie kann auch bei "Prevent or fix issues" gefüllt sein.

Praktisch ist das sogar der wichtigere Hebel. Von 683 am 7. September 2026 aktiven Meldungen trugen nur 31 überhaupt ein Act-by-Datum, also 4,5 Prozent. Wer nach Kategorie sortiert, arbeitet sich durch Hunderte von Meldungen. Wer nach "Act by" sortiert, sieht die drei Dutzend, die eine Frist haben.

Ein Hinweis, der Sucherei erspart: Nach der Kategorie lässt sich nicht ohne Weiteres filtern. Microsoft dokumentiert genau drei Filtermenüs, nämlich Service, Tag und Message state. Die Kategorie existiert nur als Spalte, und die ist ab Werk ausgeblendet. Für die größeren Änderungen ist der dokumentierte Weg das Tag "Major update".

Diese Quelle wird weiter gepflegt, und zwar besser als früher. Am 16. April 2026 kündigte Microsoft unter MC1282308 an, die Beiträge einheitlich zu strukturieren.

Wirksam wurde das am 16. Mai 2026, mit festen Abschnitten für Anlass, Rollout-Termin, Auswirkung und erforderliche Aktion.

Ein Nachteil bleibt. Abgelaufene Meldungen verschwinden, in der Regel dreißig Tage nach dem im Text genannten Zeitraum. Wer später belegen muss, was Microsoft wann angekündigt hat, steht ohne Beleg da.

Dagegen hilft ein öffentliches Archiv. Es liest die Meldungen stündlich über die Graph-Schnittstelle aus einem echten Tenant aus und veröffentlicht sie alle vier Stunden. In zehn vollen Quartalen sammeln sich dort 3.541 Beiträge, davon 988 in der Kategorie "Plan for change".

Wie verlässlich sind die Termine der Roadmap?

Als Richtung brauchbar, als Termin nicht.

Von 6.309 Einträgen im Messfenster haben 1.843 ihren Liefertermin nachträglich geändert, also knapp drei von zehn. Die Richtung ist eindeutig: 94 Prozent dieser Änderungen gingen nach hinten, nur 6 Prozent nach vorn.

Im Median verschiebt sich ein solcher Eintrag um drei Monate. Das obere Viertel verschiebt sich um sieben Monate oder mehr. Der Extremfall im Datensatz sind 37 Monate.

Für die Planung heißt das: Ein Roadmap-Termin taugt für die Frage, ob etwas kommt. Für die Frage, wann Sie eine Lizenz brauchen, taugt er nicht.

Dazu kommt ein zweites Problem, das erst beim Nachschlagen auffällt. Die Roadmap entfernt ausgelieferte Einträge nach etwa einem Jahr aus der Schnittstelle. Für das dritte Quartal 2023 liefert sie heute noch 12 von damals 300 Einträgen.

Ein Vergleich über die Zeit gelingt aus der Quelle selbst also nicht mehr. Nur über Archivstände, und auch die muss man rechtzeitig gezogen haben.

Welche Quellen sind still geworden?

Drei, und jede auf eine andere Art. Bei keiner steht der Hinweis dort, wo Sie hinschauen.

Der Graph-Changelog stand am 7. September 2026 seit dem 3. August 2026 still. Der Feed selbst läuft weiter, er wird täglich neu ausgeliefert und trägt alle 2.620 Einträge zurück bis Februar 2019. Nur kommt nichts Neues hinzu. Der August 2026 hat vier Einträge, die Monate davor lagen bei 29 bis 67.

Von einer Einstellung sollte man trotzdem nicht sprechen. Graph-Änderungen werden weiter dokumentiert, nur woanders: Die Learn-Seite "What's new in Microsoft Graph" führt genau die Monate, die im Changelog fehlen. Verloren geht nicht die Information, sondern die maschinenlesbare Reihe.

Das Intune-Archiv löscht rückwärts. Es reichte am 7. September 2026 bis zur Woche vom 31. Juli 2023 zurück, also gut drei Jahre. Verschwunden ist der Zeitraum davor, das gesamte Jahr 2022 und die ersten sieben Monate 2023.

Wie so eine Löschung abläuft, lässt sich im Doku-Repository nachlesen. Am 23. Februar 2026 verschwanden mit einem einzigen Commit 1.432 Zeilen und damit 19 Wochenabschnitte. Die Beschreibung dieses Commits lautet "Initial 2602 what's new draft" und erwähnt die Löschung mit keinem Wort.

Eine Vorhaltezeit nennt Microsoft nur im Quelltext der Seite. Dort steht als Wartungsplan, es sollten rund zwei Jahre archivierter Inhalt erhalten bleiben. Auf der gerenderten Seite sieht man davon nichts. Aktuell liegt das Archiv über diesem Ziel, was die Sache nicht besser macht: Zwei Jahre sind die Zusage, alles darüber ist Zufall.

Und dieser Blick hinter die Kulissen ist gerade zugefallen. Seit dem 2. September 2026 ist das öffentliche Doku-Repository archiviert und damit schreibgeschützt. Gepflegt wird die Intune-Dokumentation jetzt in einem internen Repository, das von außen nicht einsehbar ist. Die Seite bleibt, die Nachvollziehbarkeit geht.

Die What's-new-Seite von Microsoft Entra hinkt. Sie war am 7. September 2026 seit dem 30. Juni 2026 nicht mehr angefasst worden, also seit 69 Tagen. Der jüngste Monatsabschnitt ist Juni 2026, Juli und August fehlen komplett. Dabei sagt die Seite in ihrem eigenen Einleitungssatz zu, monatlich aktualisiert zu werden.

Hier lohnt es, zwei Dinge auseinanderzuhalten. Gründlicher ist diese Seite geworden: Ein Eintrag umfasst heute rund 127 Wörter, 2021 waren es 86.

Wer einen Eintrag findet, erfährt also mehr als früher. Langsamer ist sie trotzdem geworden. Tiefe und Aktualität sind zwei Achsen, und nur die zweite hat gelitten.

Was heißt das für Ihre Lizenzplanung?

Lesen Sie eine Quelle, und messen Sie den Rest im eigenen Tenant.

Änderungen mit unmittelbarer Geldfolge laufen überwiegend über das Message Center. Die Preiserhöhung 2026 kam so an, dreißig Tage vor Wirksamkeit.

Verlassen Sie sich aber nicht darauf, dass alles dort ankommt. Das Message Center meldet technische und funktionale Änderungen, keine kommerziellen. Der Wegfall der Nonprofit-Lizenzen 2025 ist das beste Beispiel: In 6.101 archivierten Meldungen aus fünf Jahren findet sich dazu kein einziger Treffer. Gefunden habe ich die Ankündigung stattdessen im Nonprofit-Bereich der Microsoft-Community.

Auch die beste der fünf Quellen ist also nicht vollständig. Und keine von ihnen sagt Ihnen, ob eine zugewiesene Lizenz in Ihrem Haus tatsächlich benutzt wird. Das steht nur in Ihrem eigenen Tenant.

Genau dort liegt die Prüfung, die sich rechnet. Wer eine Lizenz zugewiesen bekommen hat und sie dreißig Tage lang nicht benutzt, ist falsch lizenziert, technisch blockiert, oder gerade nicht da. Die ersten beiden kosten unnötig Geld, und sie verlangen gegenläufige Maßnahmen: einmal abbestellen, einmal freischalten.

Bei Copilot lohnt dieser Test besonders. Vier technische Voraussetzungen entscheiden darüber, ob die Lizenz überhaupt wirkt, und alle vier scheitern ohne Fehlermeldung.

FAQ

Wo sehe ich, welche Änderungen meinen Tenant betreffen?

Im Message Center unter Health im Microsoft 365 Admin Center. Sortieren Sie nach der Spalte "Act by", denn dort steht die Frist, und nur ein kleiner Teil der Meldungen trägt überhaupt eine. Für die größeren Änderungen nutzen Sie zusätzlich den dokumentierten Filter über das Tag "Major update". Nach der Kategorie lässt sich nicht direkt filtern, sie ist nur als Spalte über "Choose columns" einblendbar.

Wie viele Änderungen kommen realistisch pro Monat?

Das hängt daran, was gezählt wird. Im hier ausgewerteten Archiv eines einzelnen Tenants sind es rund 118 Meldungen je Monat. Andere Zählungen kommen auf das Doppelte, weil ein Tenant nur die Meldungen zu den Diensten sieht, die er auch nutzt, und weil manche Zählungen Aktualisierungen mitrechnen. Eine Frist tragen in jedem Fall nur wenige Prozent.

Kann ich mich auf die Termine der Roadmap verlassen?

Für die Richtung ja, für den Termin nicht. Knapp drei von zehn Einträgen haben ihren Liefertermin nachträglich geändert, und 94 Prozent dieser Änderungen gingen nach hinten. Der Median liegt bei drei Monaten Verzug, das obere Viertel bei sieben Monaten oder mehr.

Warum sind die Release Notes des Office-Clients so leer?

Das sagt Microsoft nicht. Seit Mai 2025 tragen 30 von 69 Release-Abschnitten im Current Channel keine inhaltliche Aufzählung mehr, davor waren es 10 von 120. Im Message Center findet sich kein Hinweis auf eine bewusste Umstellung. Ob Microsoft es an anderer Stelle erklärt hat, lässt sich nicht ausschließen.

Brauche ich für Copilot einen bestimmten Update-Kanal?

Ja. Microsoft verlangt für Copilot in den Desktop-Apps den Current Channel oder den Monthly Enterprise Channel. Der Semi-Annual Enterprise Channel war der einzige Kanal, in dem Copilot ausdrücklich nicht verfügbar war. Seit der Zusammenführung im Juli 2026 hat sich das erledigt, weil dieser Kanal denselben monatlichen Takt bekommen hat.

Wie wir gemessen haben

Das Messfenster reicht von Juli 2021 bis September 2026, also über 21 Quartale.

Die Roadmap-Reihe fügt 31 archivierte Zeitstände des öffentlichen Datensatzes zusammen, weil die Schnittstelle selbst nur den aktuellen Bestand zeigt. Im Fenster liegen danach 6.309 Einträge mit Liefertermin, abgebrochene ausgenommen. Die Jahreswerte sind Untergrenzen: Was zwischen zwei Archivständen erschien und wieder verschwand, fehlt.

Die Zahlen zum Message Center stammen aus dem öffentlichen Archiv. Der Zählkorpus umfasst 3.541 Beiträge aus zehn Quartalen. Für die Suche nach einer Ankündigung wurde ein größerer Korpus über ein längeres Fenster durchsucht, 6.101 Einträge zurück bis Juni 2021.

Die Release-Notes-Zahlen kommen aus den Markdown-Quellen der Kanalseiten, die Archivstände vom August 2025 aus der Wayback Machine. Der Vergleich der Entra-Seite mit 2021 stützt sich auf einen Archivstand vom 7. September 2021, gemessen mit derselben Methode wie heute. Gezählt wurde maschinell, nicht geschätzt.

Ein Roadmap-Eintrag ist dabei keine Aufwandseinheit. Microsoft legt Funktionen der Office-Apps je Plattform als eigenen Eintrag an, Teams-Funktionen nicht. Identität und Geräteverwaltung erscheinen in dieser Quelle kaum, weil Microsoft sie über eigene Kanäle veröffentlicht.